Lesung von Hans G. Bauer und Fritz Böhle: „Haarige Kunst -…“ (1. Quartal 2022)

Hans G. Bauer und Fritz Böhle lesen aus ihrem Buch: „Haarige Kunst – Über den Eigensinn des Haars und das Können von Friseuren“

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Impressionen „Ernte_Dank“

Hans Herzer / Wolfgang Schoen / Peter Schmitt

Ein Interview mit Gerhard Weinrich _ MainÄppelHaus Lohrberg _ Ernte Dank (Film)

 

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Anregungen und Gedanken von Wolfgang Mecklenburg zum Thema Erntedank (Text)

Zum Beitrag

 

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Impressionen „Augen_Blicke 2021“

Augen _ Blicke /

 

Eva Zinke _  Augenblick (Gedicht und Fotografie eines Bildes) /

Johanna Pabst _ Ein neuer Genuss des Augen_Blickes (Text und Foto) /

Barbara Lemke _ Eine Frau trägt eine Rose über die alte Brücke in Heidelberg (Gedicht) /

Andreas Naumann _  Kyudo (Foto) /

Doris Zölls _ Ein Augenblick (Text) /

 

 


 

Eva Zinke  _ Augenblick

 

Augen blicken an

Senden geheime Botschaft

Herausforderung

 

 

 


 

Johanna Pabst  _ Ein neuer Genuss des Augen_Blickes 

 

„Jetzt sollten Sie mal zu einer Augenärztin gehen“ sagt meine Optikerin, die mich seit Jahren gut betreut, immer wieder mit ihrer tollen Apparatur andere Dioptrien feststellt und meine Brillengläser fachgerecht angepasst.

„Grauer Star“ diagnostiziert meine Augenärztin und endlich verstehe ich, warum mich seit einiger Zeit die Autos nachts beim Fahren so sehr blenden, dass ich fast nichts mehr sehe. Und ab und zu finde ich auch die Kurven um meine Zimmerwände nicht mehr gut und remple diese an. Dies nehme ich so zur Kenntnis, wie ich mich halt manchmal wundere, wenn beim Älterwerden wieder mal etwas anders wird als es vorher war.

Was bedeutet denn nun „Grauer Star“? Es ist eine Trübung der Augenlinse, die diese „grau“ werden lässt. Und „Star“? Da diese Krankheit zu Blindheit führen kann, bekommen die Menschen dann einen „starren“ Blick. Keine so erstrebenswerte Perspektive.

Und was bedeutet „Katarakt“, wie der Graue Star auch genannt wird? Laut Wikipedia dachte man (früher?), dass etwas „vom Gehirn herabtropft“ und die Linse dadurch getrübt wird.

Na super! Ich denke bisher immer: wenn ich mein Gehirn einsetze, habe ich mehr Durchblick. Jetzt hat es irgendwo ein Leck und trübt meinen Blick?

Blöd ist nur, dass ich (und sicher viele andere auch) die langsame Trübung gar nicht wahrnehmen, weil man ja gar keinen Unterschied mehr sehen kann, wenn es beide Augen betrifft.

Diese getrübten Linsen kann man in den meisten Fällen durch ein künstliches Linsenimplantat ersetzen. So geschieht es. Ich habe mich für die ambulante Variante entschieden: Augenklinik, örtliche Betäubung, man sitzt fast 1 Stunde in einem hübschen, grünen OP-Kittel, Plastik-Häubchen um die Haare, Plastik-Überzieher für die Schuhe und bekommt mehrmals eine Betäubung in das eine zu operierende Auge getropft.

Die Vorstellung, dass meine Augenlinse zerkleinert und entfernt und eine neue eingesetzt wird, beflügelt meine Phantasie sehr, sodass ich mir dann doch eine Beruhigungstablette geben lasse.

Augen-OPs am Fließband … irgendwann sitze ich „vorne“ und komme dran. Ein paar Vorbereitungen, ein netter Arzt und dann geht es los und ist wunderschön: es erscheint immer wieder eine andere intensive Farbe und ich bin ganz neugierig, wie es weiter geht: lila – gelb – blau – grün – rot wunderschön! Und es tut überhaupt nicht weh. Nach ca. 20 Minuten bin ich wieder draußen. Das Auge ist erst mal zugeklebt … nach einer Stunde Warten wird es kurz nochmal untersucht, ob alles ok ist und gleich wieder zugeklebt.

 

 

Am nächsten Morgen gehe ich super neugierig zu meiner Augenärztin hier um die Ecke und sie öffnet das Auge: uiiii wie hellllllll und wie bunt!!! Ganz viele Farben sind zu sehen.

Ach, so weiß ist mein Regal zuhause und ach, dieses Bild hat einen blauen Farbtupfer, statt einem grünen ….. ich bin überwältigt! Dann kneife ich das „neue“ Auge zu und schaue mit dem „alten“: bei diesem Blick ist alles mit einem starken gelbgrauen Schleier überzogen, bei dem anderen phantastisch bunt. Welche ein Geschenk!

Ich soll keine Brille mehr tragen und da ich die Augen 4 Wochen lang jeden Tag tropfen muss, gibt auch meine geliebte Wimpertusche keinen Sinn. Zurück zur Natur: mit Maske sieht man schon meinen roten Lippenstift nicht mehr, nun sind auch die Augen nicht mehr geschminkt und die hübsche Brille, als Schmuckstück für die Augenrahmung ist nun auch nicht mehr da. Mich an diese Veränderung zu gewöhnen, war eine echte Herausforderung!

Nach der tollen ersten OP bedauere ich es sehr, nur zwei Augen zu haben. Nach der zweiten OP  Wochen später bin ich froh, nur zwei Augen zu haben. Beim Fließbankwarten, erzähle ich allen, wie toll die OP ist und alle kommen raus und würden mich am liebsten umarmen, so schön war es für sie. Das Personal ist begeistert: „Sie sind die erste die so positiv von der OP spricht, Sie machen allen Mut…“ Nur meine eigene OP ist dann dieses Mal leider nicht mehr so schön bunt. Es bleibt halt nichts wie es mal war.

Als dann das zweite Auge am nächsten Morgen von der Binde befreit wird, bin ich erst mal enttäuscht: ups, dass sieht ja gar nicht so gut wie das erste. Mein ehemaliger Mann, Biologielehrer, macht mir klar, dass das ganz normal ist, da das Gehirn nun ein bisschen Umstellungszeit braucht. Also doch wieder das Gehirn.

Und dann nach drei Tagen ist es so weit: es ist wunderbar, die Welt so klar, so weit, so bunt, so farbenfroh, so hell zu sehen! Und da man mit der künstlich eingebauten Linse auch die Sehschärfe korrigieren kann, brauche ich in Zukunft nur noch eine Lesebrille.

Mit den zwei wunderbaren neuen Linsen sehen meine Augen sehr gut und wie mir viele Menschen vorher schon prophezeit haben: sehe ich dann auch einige andere Stellen, zum Beispiel in meiner Wohnung, die doch mal wieder geputzt werden sollten, oder ein paar meiner Kleider, die ein paar abgetragene Stellen haben.

Nichts desto trotz bin ich sehr dankbar für die Möglichkeit der künstlichen Linsen und genieße jeden Augenblick mein helles, farbenfrohes Leben und den viel genaueren Blick.

 


 

Barbara Lemke _ Eine Frau trägt eine Rose über die alte Brücke in Heidelberg

 

Glaubt sie

Sie sei unsichtbar

Für schauende Augen

Wie sie da läuft

In sich

gekehrt

Verzückt

leise lächelnd

selig gar?

Oder schwebt sie nicht vielleicht?

Mit dieser Rose

Dieser zauberhaften Blüte

in ihren alten verarbeiteten  Händen

Beschützt

Behütet

gehalten.

Erkannt von der Seele

Der schönen,

Der offen verborgenen.

Im Mit-Sehen

Unerkanntes

lächelndes Mit-Sein.

 

 

 


 

Andreas Naumann  _ Kyudo

 

 

Andreas Naumann: Kyudo seit 1995, 2. Dan

 


 

Doris Zölls  _ Ein Augenblick

 

Nein, im Augenblick schaue ich nichts an. Ich betrachte auch nichts, was sich gerade vor mir auftut. Meine Augen ruhen auf keinem Ding und keine Reize werden hervorgerufen, über die mein Geist nachdenken, sich eine Meinung bilden kann.

Ich kann nicht einmal sagen, dass sich mir im Augenblick etwas zeigt. Im Augenblick gibt es keinen, der etwas zeigt. Wie ein Blitz, der die Dunkelheit durchschneidet, eröffnet der Augenblick sich als Leben. Werde ich mir des Blitzes bewusst, ist er schon längst vom Himmel verschwunden. Der Blitz ist vorbei. Es bleibt nur die Erinnerung.

Der Augenblick wirft mich aus jeglicher Zeit. Vergangenheit, Zukunft, ja sogar die Gegenwart haben in ihm keinen Platz. Die Zeiten tun sich erst wieder auf, wenn meine Gedanken, das Erlebte erfassen. Mein Geist will begreifen, was geschah.

Im Grunde genommen ist der Augenblick immer da und dennoch nehme ich ihn nur in den seltensten Fällen wahr, denn zu viele Gedanken, Bewertungen liegen darauf, damit ich ihn erkenne. Tut er sich mir auf,  ist er wie ein Geschenk, das mir unverhofft überreicht wird. In einem Augenblick kommt mir die Wirklichkeit zu, nimmt mich ein und erfasst mich ganz und gar. Kein Gedanke, kein Gefühl schiebt sich zwischen mich und dem Erleben. Das  Leben und ich sind eins. Wirklichkeit und ich sind eins. Ich bin der Augenblick, ich bin wirklich.

Manchmal möchte man meinen, der Augenblick wäre ein Punkt. Doch das ist eine Täuschung. Einen Punkt kann ich festlegen, er hat einen Ort, wo er sich zeigt. Der Augenblick jedoch hat weder Zeit noch einen Ort. Er ist unmittelbares Sein, das sich im Moment des Erlebens nicht beschreiben lässt, denn dann wäre er nicht mehr das Erleben selbst, sondern eben nur eine Beschreibung. Mein Geist macht sich das Erleben zu seinem Objekt, analysiert es, ordnet es ein, bestimmt und reflektiert es. Damit bekommt der Augenblick eine Zeitdimension, die er jedoch im Geschehen selbst nicht hat. Damit geht  dem Augenblick der Zauber des Wunders  verloren. Er verblasst und wird nur zu einem Abbild. Obwohl der Augenblick mich verzaubert, mich über mich selbst hinausweist, hat mein Ich große Angst vor ihm. Im Augenblick hat mein Ich keine Kontrolle über das Erlebte, es muss sich dem Gegebenen hingeben. Es ist wie der Sprung in einen Brunnen, bei dem ich nicht weiß, wo ich aufkomme.

Mein Ich  versucht daher, dem Augenblick einen Ort zu geben und wenn es nur das  Blinzeln eines Auges ist, das es ermessen und verorten kann. Damit will es sich versichern, ein Augenblick wäre kurz. Es bettet ihn in die Zeit ein, um scheinbar die Bestimmung und Herrschaft über das Leben in Händen zu halten. In dieser Illusion fühlt es sich geborgen, dort ist es beheimatet.  Der Augenblick ist jedoch nicht händelbar, er ist das Leben, das uns über unsere Grenzen hinaushebt, uns teilhaben lässt am Unendlichen. Da uns jedoch diese Grenzenlosigkeit Angst macht, verschließen wir uns ihm sogleich, wollen unsere Unsicherheit verbergen, und lieber uns unserer Illusion überlassen, das Leben ausrichten zu können.  Damit grenzen wir jedoch das Leben auf unser kleines geprägtes Verständnis ein.

Den Augenblick zu erleben, erfordert von uns auch, dass wir unsere Identitäten aufgeben, uns selbst verlieren, uns in unbekannte Gewässer begeben. Kindern fällt dies noch leicht. Sie haben sich noch nicht mit all den Zuordnungen, die sie von Außen bekommen und sich selbst geben, identifiziert. Sie erleben das Leben noch als Geschenk. Sich hinzugeben und nicht selbst zu machen, verlangt von unserem Ich Macht, Können und Selbstbestimmung abzugeben. Es ist dem Sterben gleich, bei dem uns auch alle Macht genommen wird. Daher ist es für uns eine große Herausforderung, den Augenblick zu leben, ihn zu genießen und das Leben unmittelbar zu leben. Das Leben ist der Augenblick. Er verlangt von uns nichts anderes als uns einzulassen auf das, was genau hier und jetzt ist, ohne Vorliebe und Abneigung.

 

Artikel „Wertschätzende Erkundung – 30 Jahre OE-Supervision“ (2022)

Im beiliegenden Artikel von Arnulf Greimel u. a. werden Erfahrungen und Erkenntnisse aus der Zusammenarbeit einer OE-Supervisionsgruppe zusammengefasst, die sich seit 30 Jahren – im Interesse der kollegialen Beratung – regelmäßg trifft. Der Artikel dokumentiert den Entwicklungsprozess dieser Gruppe und benennt wesentliche Merkmale und Faktoren des Erfolgs. Die beteiligten Mitglieder benennen ergänzende Aspekte, die ihnen persönlich besonders wichtig sind.

Zum Artikel 

Impressionen „Garten_Kultur 2021“

 

 

Garten_Kultur

 

Wolfgang Poth  _  Mensch sein heißt Gärtner sein /

Hans G. Bauer  _  Alles (mehr als) Kompost /

Renate Kletzka  _  Ein Sommer im Garten /

Arnulf Greimel  _  Organisationsentwicklung mit Gartenkultur /

Jupp Bergmann / Waltraud Latussek  / Hans Herzer _  Fischbacher Brunnen /

Hans Herzer / Simon Rahause _ … im Garten des Himmlischen Friedens /

 

 

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Wolfgang Poth  _  Mensch sein heißt Gärtner sein

 

 

Mensch sein heißt Gärtner sein.

All meine Schmerzen kann mein Gartenspaten heilen.

Pass dich dem Schritt der Natur an; ihr Geheimnis heißt Geduld.

Blumen sind das Lächeln der Erde.

 

– Ralph Waldo Emerson –

 

 

Herrgott, mach, dass es jeden Tag von Mitternacht bis drei Uhr morgens regnet, aber versteh mich recht, mäßig und warm, damit das Wasser in die Erde einsickern kann, lass es aber nicht auf Nelken und Lavendel, Steinkraut, Heideröschen und andere Blümlein regnen, die dir, o Herr, in deiner unendlichen Weisheit als trockenliebende Pflanzen bekannt sind – wenn du willst, merke ich es auf einem Blatt Papier vor; die Sonne möchte doch scheinen, aber nicht überall hin (weder auf den Spierstrauch und Enzian noch auf die Funckia oder das Rhododendron) und nicht übermäßig stark; dann möchte es viel Tau und wenig Sturm geben, genügend Regenwürmer, keine Blattläuse, Schnecken und Mehltau, dafür einmal in der Woche verdünnte Jauche und Taubenmist. Amen.

– Karel Čapek, Das Jahr des Gärtners –

 

 

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Hans G. Bauer _  Alles (mehr als) Kompost

 

Ich sitze im Garten, und

… höre eine Radiosendung, in der ein mainfränkischer Mundartdichter über seine Wahrnehmungen beim Sitzen im Garten erzählt, und dabei den Satz sagt: Ich höre das Gras wachsen. Zum ersten Mal höre ich ihn, diesen Satz, nicht negativ, nicht unterstellend, sondern ganz neu und bewundernd: Ich sitze da und höre das Gras wachsen.

[Ich weiß nicht, wie wichtig es ist, anzufügen, dass ich, weil dort geboren, auf irgendeine Weise noch immer unterfränkisch denke. Plötzlich klang es neu, sprachlich wie gedanklich].

 

Ich sitze im Garten, und

… mir fällt der Friedhofssatz ein: Er/sie ist nicht mehr unter uns.

Denke an Kompost.

Und denke, dass dann, wenn ich einmal Kompost bin,

ich gern sagen würde:

Jetzt bin ich endlich unter euch.

 

Ich sitze im Garten, und

… sehe die Frage der Tulpe, warum wir sie just dorthin gepflanzt haben.

Und höre den Stein, dem sie beigewachsen war, freudig-verwundert darüber, warum sie sich just bei ihm so reckt …

Stein, Tulpe und ich, während wir so beieinandersitzen, vermuten, und gute Vermutungen dauern ja, dass wahrscheinlich nur Pfeifenraucher das so wahrnehmen.

 

Manchmal verlasse ich den Garten und fühle mich sehr auf mich zurückgeworfen.

Sitze im Arbeitszimmer …

… wo man weniger regenwürmig-geringelt denkt, sondern gedankenwürmig-präzise, wissenschaftlich-akademisch etwa. Hier oben kommen einem, so als hätte man noch Gedankenkrümel unterm Fingernagel mitgebracht, Fragen an das Wesen von Wörtern, Begriffen. Denkt an Komposita, beispielsweise, an Komponenten, Komparative, Komposition … „Komp“ ist, rechnergestützt betrachtet, gar kein Grundwort. Aber jedenfalls eine Art von Anstiftung für Verschiedenstes.

Da will ich sofort wieder zurück in den Garten, aber

… bleibe, wie die Tulpe hinterm Stein, plötzlich hängen an dem Bild, das mir an meinem Schreibtisch schon seit vielen Jahren gegenüberhängt. Pfeifenverräuchert mittlerweile. Dominique, die Frau des Schweizer Schriftstellers Otto F. Walter, hat mir das Foto mit dem Text von ‚Ötti‘ einst geschenkt.

Etliche Male durften wir diesen provencalischen Dschungelgarten und das Steinzeit-Borrie „Le Prince“ mit ihm und Dominique teilen. Den Platz, an dem er oft saß, um auch diese Zeilen zu schreiben:

S’gäb scho / no z’tue /scho füfi / und no immr / kei Anarchie / i dr Gägend / wird’s schattig / s‘ Fäscht /fast verbi / im Land / immer no / Rue / Do go-n-i / dänk / gschider / öppe de / wider / em Waud / zue.

 

Besser schnell zurück in den Garten jetzt … ‚s‘ gäb‘ ja schließlich was zum Wiederlesen von „Ötti“, endlich mal wieder: „Wie wird Beton zu Gras“. Das er 1988 geschrieben hat, mit dem Untertitel: „Fast eine Liebesgeschichte“. Wider die knechtenden Mächte, für die Kraft der Liebe. Zugewidmet seiner späteren Frau Dominique.

Mittlerweile sind beide ‚unter uns‘…

 

Wie gut, jetzt wieder beim Stein zu sitzen, der noch immer freudig wärmt, und bei der Tulpe, die sich noch immer reckt.

 

 

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Renate Kletzka _  Ein Sommer im Garten

 

Der Sommer 2020 war anders, geprägt von der Corona-Pandemie war der Lebensradius klein geworden. Alle künstlerischen Projekte für diese Zeit waren abgesagt. Die Zeit hatte plötzlich einen langsameren Takt und mein Garten wurde zum Aktions- und Schutzraum.

Es entstanden Bilder, die näher an der Natur und der Realität sind als meine Arbeiten zuvor. Eine ungewohnte Farbigkeit hat sich eingeschlichen…Violett, Pink und Rosa…Grüntöne in allen Schattierungen …… Farben, die meinen Garten ausmachen, die jedoch davor selten in meine n Werken zu finden waren. Meine Ängste zu farbig, zu lieblich … ja kitschig zu werden, verloren sich im Farbenrausch. Ein Wagnis und ein Spiel, mein Herz war dabei. Das Ergebnis hat mich selber überrascht, aber auch erfreut, so dass ich es in einer Broschüre festhalten und teilen wollte.

 

 

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Arnulf Greimel _  Fichtenfall – Organisationsentwicklung mit Gartenkultur

 

Wir hatten uns schon so aneinander gewöhnt, unser Garten und wir. Der wilde Vorgarten Richtung Norden, mit dem Vielerlei, das da durcheinander und nebeneinander lebt, eine Mischung aus Allgäu, Schwäbische Alb, Piemont und Provence. Dazwischen haben Schwemmholzteile, Felsbrocken und Steine ihren Platz gefunden, die wir immer aus verschiedenen Gegenden mitbringen. An der Hauswand halten sich holzige Rosenbüsche fest und streben vehement nach oben. Eine wuchernde Waldrebe beschenkt uns im Mai oder Juni mit Blüten und gibt der Garagenwand ihren Sinn. Und natürlich steht da die Platane vor der Türe, die im Winter so tut, als wäre sie nicht da, im Sommer aber bestimmt sie machtvoll das Geschehen.

Auf der anderen Seite, Richtung Süden, kämpft das Gras gegen Moos und Unkräuter an, es gibt Reservate auf Zeit für Wiesenblumen, bevor der Mäher immer wieder mal die Illusion eines Rasens erweckt, die wir gerne wieder vergehen lassen. Irgendwo unter dem Efeu muss noch ein Zaun sein, das Stück Mauer versucht er ebenfalls zu überwältigen. Man muss dem maßlosen Kerl immer wieder mal die Grenzen aufzeigen. Einige Büsche und ein überdachter Platz geben dem Ganzen markante Schwerpunkte und Lebensräume für Mensch und Tier,Bade- und Futterplätze für die Vögel eingeschlossen. Dach und Schatten finden wir unter dem gespreizten roten Ahorn. Eine Glyzinie hangelt sich an der Dachrinne entlang, und da und dort hat sie schon begonnen, ihren Tatendrang und ihre Sprengkraft unter Beweis zu stellen. Die Buchsbaum-Hecke aber, hinter der in wilder Ordnung viel Grün und einige Blütenstauden wachsen, sie kann als einzige einen Kulturstatus für sich beanspruchen: sie ist aus selbst gezogenen und gefundenen Setzlingen über die Jahre herangewachsen und zurechtgestutzt worden, und wir tun alles, um sie nicht dem Zünsler zu überlassen.

Der ganze Garten, das Haus, wir selbst: alles wird überragt von einer riesigen Fichte. Sie kann einen mächtigen Schatten werfen und kleine Zapfen verstreuen, und sie ist hier schon viel länger zuhause als wir. Sie gräbt ihre Wurzelwülste breit in die Grasfläche hinein und sendet uns laut und leise ihr vertrautes Waldesrauschen. Und ja, sie lenkt unsern Blick nach oben zu den Wolken und in den Himmel.

An Abend des 9. Februar ist unser Blick sehr besorgt nach oben gerichtet: Die Ausläufer von Sturmtief Sabine haben uns erreicht. Unsere Fichte beugt sich immer wieder tief gen Osten, aber sie federt die mächtigen Stöße des Orkans stetig ab. Als wir am Morgen danach in den Garten hinaus schauen, ist der Sturm noch stärker geworden, und die riesige Fichte hat ihm widerstanden. Draußen ist es gespenstisch düster, es regnet und die Wolken jagen heftig über den Himmel. Ich sitze am Fenster, um mir das dramatische Geschehen draußen anzusehen. Als die riesige Fichte fällt, höre ich hinter der Fensterscheibe nur ein Rauschen und einen dumpfen Aufprall – und dann atemlose Stille. Irgendwann sage ich: „das war unser Baum“. Und dann stürzen wir nach draußen.

Im Garten hat die Fichte im Fallen eine Lücke zwischen den Häusern gefunden. Draußen auf der Straße liegt sie quer, hat die Gartenzäune durchschlagen und das Haus der Nachbarn gegenüber knapp verfehlt. Ein Glück, niemand ist zu Schaden gekommen! Die Feuerwehr kommt mit großem Gerät und räumt die Straße frei. Unser Baum ist enthauptet, seine Spitze liegt zerteilt längs der Straße, sein Rumpf hat sich zwischen Sitzplatz und Büschen ausgebreitet und zur Ruhe gelegt. Den Garten, wie wir ihn kennen, gibt es nicht mehr.

Das Abenteuer, die Anatomie der Katastrophe zu besichtigen, hält uns längere Zeit in Atem. Zwei Tage dauert es, bis der Riese in seine Einzelteile zerlegt und einigermaßen zur Seite geschafft ist. Ganz schön viel Holz. Dass ein einschneidender, viel gravierenderer Einbruch sich gleichzeitig schon längst auf den Weg zu uns gemacht hat, ist uns in diesen Tagen nicht bewusst: Hundert Kilometer östlich in Gauting bei München hat sich zehn Tage zuvor die Corona-Pandemie niedergelassen und in Deutschland Fuß gefasst. Als sie auch in unserer Stadt ankommt, können wie sie weder sehen, noch hören, noch riechen. Sie ist gekommen, um für lange Zeit zu bleiben. Heute, 16 Monate später, sind wir der Corona-Hotspot in Bayern.

Was sich mit dem Fall der mächtigen Fichte für uns verändert hat, wird uns erst allmählich bewusst. Es fehlt uns etwas, das wir nicht ersetzen können. Das Rauschen ist verstummt. Die Sonne bricht ganz ungewohnt zu uns herein und plötzlich sind wir dem offenen Blick der Nachbarn ausgesetzt. Die Bruchstelle hat den Verfall offengelegt, den der Efeu gnädig verdeckt hatte. Durch den Garten verläuft eine Schneise, an deren Ursprung der abgesägte Baumstumpf sich plötzlich wieder aufgerichtet hat. Klar ist: es muss etwas geschehen. Es kann und wird nicht so bleiben, wie es ist. Und damit beginnt ein Prozess des Abschied Nehmens, der schmerzlich ist. Er lässt sich lange Zeit, um uns dann, aus unserer Trauer heraus, in eine neue Perspektive, einen neuen Entwurf hinein zu führen. Unsere Vorstellung von der Zukunft unseres Gartens entwickelt sich erst Schritt für Schritt, solange das Alte noch abgeräumt und in Teilen zerstört wird. Ein Ungetüm durchbricht den Zaun, walzt die Pflanzen nieder, frisst sich durch den Baumstumpf und die Wurzeln unter der Wiese.

Was räumen wir gleich mit ab? Was soll bleiben? Was wird verpflanzt und gerettet? Eine Brache ist entstanden, ein leerer Lebensraum weckt unsere Ideen und Vorstellungen. Was könnte Garten 2.0 nach dem Tod der riesigen Fichte sein? Wie könnte er gestaltet werden, in guter Verbindung zu den Garten-Gewächsen, die schon begonnen haben, sich in den frei gewordenen Raum hinein zu strecken? Und wo können sich Lieblingsplätze eröffnen und Räume der Begegnung etablieren?

Wo eben noch das Loch der Zerstörung klaffte, finden ein Baum, einige Büsche und viele Stauden ihr Zuhause, werden mit neuer Anmutung und neuen Perspektiven ins Gebliebene integriert. Und gleich wollen sie stabilisiert und versorgt werden. Eine frische, bunte Vielfalt ist entstanden, und wenn wir Glück haben ein harmonisches Ganzes, das lebt und sich weiter entwickeln wird.

Es stimmt schon: Gartenkultur kann wie Organisationsentwicklung sein. Ein Change-Prozess, der Energie, Struktur und sorgsame Begleitung braucht, aber auch viel Geduld, und der von Kreativität lebt. Zum Beispiel von der wunderbaren Idee (nicht meiner), anstelle der Bresche, die der Baum in den Buchs gerissen hat, einen aus Steinen gefügten Platz zu gestalten, der den Zugang zum Staudengarten eröffnet, der die Wärme des Tages speichert für uns und am Abend die letzten Sonnenstrahlen einfängt.

Wie in der OE braucht es für die Umsetzung solcher Highlights eine Fachperson mit Kultur und schöpferischem Geschick. Wir haben sie gefunden. Schau her: Er sieht gut aus, unser neuer Garten, es ist gut so. Und es kann weiter gehen.

 

 

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Jupp Bergmann / Waltraud Latussek  / Hans Herzer _  Fischbacher Brunnen

 

 

 

Römischer Brunnen

 

Auf steigt der Strahl und fallend gießt

er voll der Marmorschalen Rund,

der sich verschleiernd, überfließt

in einer zweiten Schale Grund;

die zweite gibt, sie wird zu reich,

der dritten fallend ihre Flut,

und jede nimmt und gibt zugleich#

und strömt und ruht …

 

– C. F. Meyer –

 

 

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Hans Herzer / Simon Rahause _ … im Garten des Himmlischen Friedens

 

Geschichte

„ … wurde der Park am 7. Oktober 1989 als Frühlingsblumengarten eröffnet. Schon wenige Wochen darauf erhielt er im Gedenken an das Tian`anmen-Massaker vom 4. Juni 1989 seinen heutigen Namen Garten des himmlischen Frieden.

Struktur

Zentrales Element des 4.000 qm großen und von einer Mauer umfassten Parks ist der asymmetrische verzweigte Jaspisgrüne Teich. Hinter dem löwenbewachten Haupttor führt über ihn die Brücke des halben Bootes zum rechteckigen Wasserpavillon. Auf dessen anderer Seite zieht sich die Galerie des Duftenden Wassers am Teichufer entlang und endet schließlich am quadratischen Spiegelpavillon. Über die Zick-Zack verlaufende Jadegürtelbrücke gelangt der Besucher zum Nordufer. Nach Westen bietet sich von der Brücke ein Blick auf denen Felsen mit Wasserfall. Den Südteil des Gartens – jenseits der Wasserpavillons – beherrscht ein Hügel, auf sich der Pavillon im schimmernden Grün erhebt.

Daneben verteilt sich im Park eine Vielzahl von Pflanzen, Sträuchern, Felsen, Steinen, Wasserfällen oder Schriftzeichen. Ihre Anordnung  wurde nicht dem Zufall überlassen, sie spiegelt vielmehr verschiedene Bezüge – insbesondere zur chinesischen Symbolsprache – wider.“

(Auszug aus https://de.wikipedia.org/wiki/Garten_des_Himmlischen_Friedens)

 

 

 

 

 

Impressionen „Übergänge_Zwischenräume 2020/21“

Impressionen 3

Übergänge _ Zwischenräume

 

Wolfgang Schoen / Hans Herzer  (Fotos)

Übergänge _ Zwischenräume_ am Main entlang _ über den Main hinweg

 

Mechtild Beucke-Galm (Text)

Übergänge und Zwischenräume – Zeiten und Orte des „Zwischen“

 

Renate Kletzka (Bilder)

Collagen

 

Impression 3 Übergänge_Zwischenräume

Impressionen „November_Blues 2020“

Sebastian Pieper_Klavier

November Blues – Klavier

 

Jupp Bechtel_Fotografie

 

Mechild Beucke-Galm_Fotografien

 

Hans Herzer_Auswahl Gedichte

Flammender Herbst *

Auf den eben gefallenen Blättern

glänzte die Sonne im Herbst,

taucht` ihre rotbunten Wangen

in ein bezauberndes Licht.

Das leuchtete auf

in sich steigerndem Ton

bis der Waldpfad selbst,

auf dem ich ging,

wie eine einzige Flamme erschien.

 

Der Herbst ist da *

Heut` ist die Welt so kahl und kalt,

der Nordwind weint und stöhnt.

Und in den glitzernden grauen Wiesen

dringen die Stimmen

ungezählter Heuspringer

murmelnd und tief an mein Ohr.

Einmal hier und einmal dort.

Und ich weiß:

der Herbst,

dieser kühle Künder des Schnees ist da.

Vor meiner Tür

In einer kalten Nacht im Herbst

erhoben Heimchen ihrer Stimmen unverweilt.

Ich lausche angestrengt

Und dann vernahm ich

leise Warnungsworte durch die Lüfte

schweben

„Mach schnell“,

so riefen sie mir scheinbar zu,

und schließe deinen Mantel,

ziehe die warmen Kleider an,

denn der Eiswind  stöhnt und

pfeift und krächzt

und der Winter kommt schon bald.

Herbstwolken träufeln unverwandt den Regen

auf das graue stille Land hier im Gebirge.

Und durch den Nebelschleier kommt

ein Bauer alt gebeugt,

um letzte Halme ruhig einzuernten

auf der erschöpften Erde.

 

Die Nacht im Herbst ist lang und dunkel *

Die Nacht im Herbst ist lang und dunkel

berührst die Stunden still mit Deiner Seele

Die Nacht im Herbst ist lang und dunkel.

Doch wie verwandelt ist die Welt,

hier bei mir weilst

in trautem Zwiegespräch;

und sendest sie auf ihren Weg mit frohem Schwung.

_

* Ryokwan (1758 Echigo – 1831 Nagaoka / Niigata)

aus: Fischer / Bauer, Tautropfen auf dem Lotosblatt, 1981

 

 

Wolfram Müller_Fotografien

 

Dieter Konwiarz_Fotografien

 

Walter Goetze _ Gitarren

November_Melancholie

 

 

Zu der Galerie – Kultur und Natur

Impressionen „Im Herbst 2020“

In der Galerie finden Sie / findest Du unter Kultur + Natur  Impressionen „Im Herbst 2020“ von Hans Herzer (Stelen), Ionka Senger (Auswahl Gedichte) und Dieter Konwiarz (Fotografien)

Zu der Galerie – Kultur und Natur

 

Planungen für 2020/21

dialogkultur-ffm plant nun – sofern die Pandemie dies zulässt –  einige Präsenzveranstaltungen in 2021. 2020 konnte aus bekannten Gründen keine geplante Veranstaltung realisiert werden.

A. Politisch-kultureller Dialog zum Thema Milieu (Arbeitstitel).

Auf dem Hintergrund der gesellschaftlichen Ausdifferenzierung von Klassen und Milieus, von Abgrenzungen und Ausgrenzungen wollen wir unsere Sicht auf uns selbst und auf die Gesellschaft reflektieren.

Unsere Biografien sind Spiegel der gesellschaftlichen Entwicklung. Dabei stellen sich Fragen nach Verbindendem und Trennendem: „Wie sind wir zu dem geworden wer wir sind? Wie haben wir uns entwickelt, dass wir heute so denken, fühlen und agieren? Was hat uns wesentlich geprägt in unserer Entwicklung? Was verbindet uns in unserem Milieu, in dem wir uns kulturell, politisch und alltäglich bewegen? Worin unterscheiden wir uns von anderen Milieus? In welchen persönlichen und professionellen Netzen bewegen wir uns noch? Welche Verbindungslinien zu anderen Milieus haben wir und welche auch nicht?“

Wir schauen auf die gut sichtbare und vermittelbare Seite unserer Entwicklung. Wir blicken auch – wenn dies gelingt – auf blinde Flecken, auf die Schattenseite der Ignoranz und die Abgeschlossenheit im eigenen Denken. Wir wollen im Rahmen dieser Dialogveranstaltung unser eigenes Milieu selbst-reflexiv, im Kontext der gesellschaftlichen Entwicklung, ausloten und uns selbst stärker bewusst machen. Dies ist zunächst ein Blick auf die eigene „Blase“. Diese Selbstreflexion verbinden wir mit einem politischen Anliegen. Wir wollen die Dialogfähigkeit über das eigene Milieu hinaus ausbauen und Schließungsmechanismen überwinden – wo immer dies geht.

Wir planen eine Veranstaltung mit Teilnehmenden aus dem „Nordend-Milieu“ in Frankfurt am Main und darüber hinaus. Wir wollen 12-16 Teilnehmerinnen und Teilnehmer einladen mit uns an einem halben Tag an einem Wochenende biografische Erfahrungen auszutauschen, den gesellschaftlichen Kontext unseren Soseins mit zu erkunden und Erkenntnisse zu teilen.

Dieser Dialog soll ggfs. von dialogkultur-ffm in Kooperation mit dem Institut für dialogische Kultur und Bildung realisiert werden.

B. Politisch-kultureller Dialog zum Thema Dialog der Generationen

Manchmal gelingt der Austausch der Generationen. Manchmal leben die Generationen mit ihren spezifischen Anliegen und Sichtweise aber auch so nebeneinander her. Wir wollen einen persönlichen und doch auch personenübergreifenden Austausch ermöglichen

„Was verstehen wir unter einem guten, gelingenden Leben?“ „Was ist uns besonders wichtig?“ „Was verbindet uns generationsübergreifend/-verbindend bzw. was sehen die Jüngeren und die Älteren jeweils deutlich anders?“

Die Idee: Eine Veranstaltung mit Menschen, die sich jeweils zu zweit oder zu dritt gemeinsam teilnehmen. Jede/r bringt jemanden mit, die/der mehr als 20 Jahre älter oder entsprechend jünger ist. Wir denken dabei an eine Veranstaltung mit 12 – 20 Teilnehmenden an einem Samstag von 11:00 bis 17:00 Uhr in Frankfurt am Main.

C. Erfahrungsaustausch zu Dialogprozessen 

Zu diesem Erfahrungsaustausch laden wir alle Kooperationspartner*innen ein, die in den letzten Jahren Erfahrungen mit mehr oder minder gut gelaufenen Dialogprozessen gemacht haben. Dialog klingt so selbstverständlich und so einfach; und doch wissen wir wie schwer sie oft auch zu realisieren sind.

Im Sinne einer wertschätzenden Erkundung wollen wir einigen Fragen nachgehen: „Welche Erfahrungen haben wir in den letzten Jahren mit Dialogprozessen gemacht?“ „Was ist unter welchen Bedingungen gut gelungen?“ „Wo sind wir an Grenzen gestoßen und wie sind wir damit umgegangen?“ „Welche konzeptionellen Schlüsse ziehen wir daraus?“ „Was sind konzeptionelle Neu-Ansätze, die wir gerne erproben?“

Wir wollen einen Erfahrungsaustausch auf Augenhöhe ermöglich. Alle bringen sich ein und alle können was mitnehmen. Wir denken dabei an einen Tag an einem Wochenende von ca. 11:00 bis 17:00 Uhr in Frankfurt am Main.

Am Abend könnte sich eine kleine Kulturveranstaltung mit Jazz und/oder Lesung anschließen. Sofern die Pandemie dies zulässt könnten wir dazu auch weitere Gäste einladen.

Weitere Themen und Ideen

  • Dialog in der Kunst und im künstlerischen Arbeitsprozess
  • Spaltungen in der Gesellschaft – welche Zukunftsperspektiven sehen wir?
  • Dialog mit Unternehmen – nachhaltiges Wirtschaften
  • Impressionen mit Kunst und Kultur (vielfältige Ausdrucksformen – Fotos, Literatur, Musik)
  • Temporäre Ausstellungen von Skulpturen in der Natur
  • Virtueller „Marktplatz“ für Dialogimpulse und Resonanzen
  • Kleine Podiumsdiskussionen und Dialoge im Netz

Wir sind offen für Anregungen an info@dialogkultur-ffm.de

Organisatorische Hinweise:

Wir achten auf die Bedingungen und Begrenzung für öffentliche Veranstaltungen unter Corona. Es wird jeweils ein Hygienekonzept erstellt. Die Termine und Teilnahmebedingungen werden auf dieser Infoseite veröffentlicht.

Sollte sich die Situation bis Anfang 2021 nicht wesentlich ändern, dann können ggf. auch online-Formate genutzt werden.

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Konzeptskizze „Führungsdialog _ Unternehmenskultur im Wandel“

Hier wird eine Konzeptskizze für eine mögliche Dialogveranstaltung mit Kooperationspartnern*innen vorgestellt.

Führung und Zusammenarbeit im Kontext der Transformation

In Kooperation mit Verbänden, Instituten und Organisationen kann eine Tagung im Charakter eines Führungsdialoges geplant und durchgeführt werden. Das Besondere: Managementvertreter und betriebliche Interessenvertreter tauschen sich zusammen mit Verbandsvertretern, Wissenschaftlern und Beratern über ihre Wahrnehmung der Herausforderungen und realisierte Veränderungskonzepte aus. Mit dem Blick in die Zukunft geht es insbesondere um die Frage: Wie kann eine Unternehmenskultur gestaltet werden, die Führung und Beteiligung zusammen denkt und die Selbstorganisation inTeams stärkt – ohne die Menschen zu überfordern.

Termin: nach Vereinbarung

Tagungsort: nach Vereinbarung

Veranstalter: dialogkultur-ffm mit Kooperationspartner*innen

Ziele:

  • Erfahrungsaustausch zur gelebten Unternehmenskultur
  • Austausch über die Dynamik und den Kontext des Wandels
  • Konzepte und Erfahrungen von New Leadership sehen und reflektieren
  • Wertschätzende Erkundung von Gelingendem und den Bedingungen dafür
  • Spannungsfelder, Hürden und Konfliktfelder sichtbar machen und reflektieren
  • Erkundung des Entwicklungsbedarfs in der Zusammenarbeit und Kooperation
  • Anregungen für eine mitbestimmte Personalarbeit im Transformationsprozess
  • Konzepte und Kompetenzen von Beratern transparent machen und nutzen
  • Selbstorganisation, Beteiligung  und die Kraft des Dialogs erleben
  • Eine Chance zur kollegiale Beratung im großen Format
  • Ein Beitrag zur Dialogkultur in Organisationen
  • Ein gemeinsamer Lernprozesse im Dialog

Kontext:

  • Digitalisierung erfasst alle Lebensbereiche und schreitet voran
  • Der Druck auf Innovation, Flexibilität und Kreativität nimmt zu
  • Junge, qualifizierte Menschen wollen Freiräume und Verantwortung
  • Agile Managementkonzepte zielen auf Selbststeuerung und Verantwortung
  • Prozesse beschleunigen sich. Dynamik und Unvorhersehbares nehmen zu
  • Besondere Herausforderungen liegen in der Bildung und Qualifizierung
  • Unternehmenskultur und Kooperationen sind wesentliche Erfolgsfaktoren
  • Führung in diesem Kontext braucht Beteiligung und Zusammenarbeit.

Konzeption:

  • Dialog von Managementvertreter*innen und von Betriebsratsmitgliedern
  • Beteiligung von Beratern, die Konzepte und Erfahrungen einbringen
  • Ein geschützter Raum für einen Austausch auf Augenhöhe
  • Dialog praktizieren – Konfliktthemen besprechen

Teilnehmer*innen:

Gesamtzahl (x Teilnehmende)

  • Vertreter des Human ResourcesManagements
  • Vertreter der betrieblichen Interessenvertretung
  • Berater*innen im Bereich Change Management
  • Vertreter*innen von Gewerkschaften
  • Vertreter*innen von Arbeitgebern
  • wissenschaftliche Begleiter*innen

Dokumentation:

Bewährt hat sich eine professionelle Dokumentation. Darüber hinaus können ggf. Videomitschnitte erstellt werden.

 

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